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07.12.18

Zahnweh und so viel mehr


Welch ein irres Gefühl, welch ein schöner Schmerz. Seit zweieinhalb Jahren habe ich Zahnschmerzen. Mal mehr, mal weniger, aber immer vorhanden. Er machte mich unleidlich, ungeduldig und manchmal auch aggressiv. Drei Zahnärzte habe ich deswegen aufgesucht. Alle kamen mir mit irgendwelchen komischen Diagnosen, habe geschwafelt, mir ganz andere Zähne gezogen, gefüllt, mich gequält. Nur an diesen einen Schmerz hat sich niemand ran getraut. Heute hat es jemand getan. Ich hatte solche Angst davor. Es war ein Akt da hinzugehen. Alle möglichen Ausreden habe ich mir ausgedacht und gezittert wie ein kleines Kaninchen im Schnee. Doch dann bin ich hin gegangen. Und jetzt, nach dem Eingriff, schmerzt es natürlich unsäglich heftig im Kiefer und ich werde einige Zeit nur Süppchen essen können. Aber!, es ist ein völlig anderer Schmerz. Ein heilender, Schmerzfreiheit versprechender Schmerz. Und der alte? Der ist weg. War schon in der Praxis nach dem Hauptgang einfach weg. Es ist, als sei ein riesiger Nagel aus meinem Gehirn gezogen worden. So leicht ist es in mir drin. Und nicht nur dort, auch andere Befindlichkeitsstörungen haben sich von Jetzt auf Gleich verabschiedet. Schalter machte klick und weg. Ja, das war jetzt erst ein Viertel des Weges, aber ich schwöre, es ist wunderbar.

Warum ich das erzähle? Weil es mir eine Lektion erteilte, die ich eigentlich schon zu kennen glaubte: Manchmal ist man so gefangen in dem bekannten Schmerz, dass jedwede Veränderung Angst macht. Und in diese Angst kreiselt man sich hysterisch ein und steht so sich selbst und der Heilung im Wege. Dann hilft nur springen. Einfach springen.

Vielleicht hilft dieser Gedanke ja jemandem. Und wenn nicht ist auch okay. Ich wollte es einfach teilen. So ganz egoistisch auch.