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12.11.17

Wo die Liebe hinfällt

Mutter Deutsche, Vater Sinto

Da erzählt eine junge Frau in einem Zeitungsartikel von ihren Erfahrungen als Mensch, der von beiden Kulturen mit Argwohn angesehen wird und wie sie sich diskriminiert fühlte als Kind von allen Seiten. Berichtet über ihren ganz eigenen Weg und wie sie aufgrund ihrer Erfahrungen heute mit den eigenen Kindern umgeht und sie zu starken und selbstbewussten Persönlichkeiten erzieht.

Ich kenne diese Zerrissenheit von so vielen Geschichten aus meinem Leben und aus meinem sozialen Umfeld. Früher nannte man diese Kinder Bastarde. Pah! Ich habe mich davon nie beeindrucken lassen. Meine Kinder sind aufgewachsen mit dem Credo: Ihr seid diejenigen, die durch ihr Leben diesen ganzen Scheiß von getrennten Welten und Kulturen überwinden werdet. Nehmt euch das jeweils Beste aus dem ganzen Angebot und mischt es zu einer Grenzen überwindenden Haltung. Ihr seid das Bollwerk gegen all diesen nationalen Hass, gegen all den Mist wie Rassismus und verquerten Patriotismus, gegen längst verkrustete und menschenrechtsverachtende Traditionen. Ihr seid diejenigen, die sich einen Scheiß um Herkunft und Nationalitäten kümmern werden. Es tangiert euch nicht, denn ihr seid Kinder einer Welt. Eurer Welt. Weltenbürger.

Na ja, das klingt wohl etwas sehr pathetisch. Letztendlich liegt darunter eine ganz einfache Haltung: Liebe hat sich noch nie geschert um all das trennende Dummzeugs. Überall auf der Welt sah und sehe ich Menschen, die sich nicht abhalten lassen zu lieben. Über alle Grenzen, Traditionen und kulturelle Normen hinweg. Das ist gut. Das bringt reinigende Bewegung in Erstarrtes und schafft Raum für Neues. Langsam, aber stetig. Diesen Menschen gehört mein Respekt und meine Hochachtung. Sie sind der Quell meiner Hoffnung.  

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