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19.11.17

So nicht!

Schreibt mir doch jemand anonym, dass er/sie kompromittierende Fotos von vor Jahren von mir besäße. Aufgenommen in der Zeit, als ich mich noch aktiv in der BDSM Szene rumgetrieben hätte. Ich solle also sehr gut aufpassen, was ich so öffentlich schreiben würde.
Hihi, lieber Herr oder liebe Frau Jemand, her mit den Fotos! Zuschicken oder veröffentlichen; ich kopiere sie mir dann. War eine tolle Zeit und ich habe so wenig Fotos aus diesem Lebensabschnitt! Und da war ich auch noch so rank und schlank gerade. Die Bilder sind bestimmt wunderbar.
Ernsthaft: Das war doch nicht etwa ein klitzekleiner Versuch mich zu erpressen? Ich lach mich schief. Tschuldigung. Ich gehöre zu den ganz wenigen Personen, die sich, sowohl im realen als auch im virtuellen Leben, immer offen und authentisch zu dem bekannt haben, was sie da so trieben und treiben. Ich bin wohl eine der geoutesten Personen seit Jahrzehnten in diesem Bereich. Da ist nix mit Erpressung und so nem Kinderkram. Tut mir sehr leid. Aber, ich bin wohlwollend und biete Ihnen gerne, bei Bedarf (und den vermute ich doch sehr stark), einen Therapieplatz zu meinen üblichen Konditionen an. Wir bekommen Ihr Leben schon wieder auf die Reihe. Wenn Sie es denn wollen. Versprochen.


Erpressung

Anscheinend aktueller denn je. So viele persönliche Nachrichten, die ich nach diesem Beitrag auf Facebook bekommen habe.
Deshalb ziehe ich diesen Text nochmal hoch. Und natürlich: Männern passiert dies ebenso. Keine Frage, da sind mir genügend Fälle bekannt.

Worum es gehen könnte:

-> Man lernt, zum Beispiel, in einem Chatroom einen interessanten Menschen kennen. Man schreibt sich, telefoniert, schickt Bilder hin und her, auch erotische Bilder, man gibt ziemlich viel preis über sich, ist ehrlich, offen, spricht über Träume, Fantasien, Erfahrungen. Man schießt Vertrauen vor.

Man trifft sich und findet sich immer noch nett. Man verbringt eine Nacht zusammen.

Und dann stellst Du, sofort oder etwas später, fest: Nein, es ist doch nicht der Richtige. Irgendwas stimmt nicht. Es fühlt sich nicht gut und rund an. Ist ja nichts Schlimmes. Man spricht miteinander, erklärt sich und geht dann wieder getrennte Wege.

Doch der andere kapiert es nicht. Versucht Dich davon zu überzeugen, dass Du ihm doch noch eine Chance, ein Gespräch, einen weiteren Versuch und/oder irgend so was geben, solltest. Er ist hartnäckig und wird aufdringlicher. Dadurch wird das leichte Gefühl der Unstimmigkeit in Dir aber immer deutlicher und verfestigt sich. Und je mehr Du dies äußerst, umso drängender wird er. Dann ein lautes und klares: NEIN! Basta! Schluss! von Deiner Seite.

Und dann sagt dieser Depp doch so Sachen wie: „Du solltest dir schon noch mal überlegen, was du da sagst - immerhin wäre es dir sicher nicht angenehm, wenn deine Kinder, Mutter, Freunde, Arbeitgeber (beliebig auszufüllen) etwas von dem erfahren würden, was du so treibst. Wenn sie deine Texte an mich lesen würden, deine Bilder sehen würden, von deinen Neigungen wüssten, etc., etc., etc.…“ <-

HALLO! Ganz klar und deutlich: Dies ist Erpressung und nichts anderes. Punkt. Und es ist ein Straftatbestand. Anzeige angesagt und berechtigt.

Lass Dich von so was nicht einschüchtern! In der Regel hat so ein Mensch, wenn seine Machenschaften auffliegen würden, wesentlich mehr zu verlieren als Du. Er spielt mit Deinen Ängstlichkeiten, die oft doch nur seine eigenen sind. Ein armes Schwein ist das, sonst nix! Wenn Du klar und locker bleibst, wird er sich verkrümeln. Wenn nicht, zeige ihn spätestens jetzt an.

Und! Nach einem klaren und eindeutigen „Nein!“ von Deiner Seite reagiere nicht, also gar nicht! mehr, auf Nachrichten oder sonst was von ihm.
Lass Dich niemals von solchen Idioten erpressen und einschüchtern!

Und wenn Du alleine nicht weiter weißt, dann hol Dir Hilfe. Gleich und sofort!
....

*Anmerkung
Mein persönlicher Weg war immer: Ich mache mich nicht erpressbar. Das meint, ich sorge dafür, dass ich das, was ich tue und denke auch jederzeit und überall offen kommunizieren kann. Wenn ich das nicht zu können meine, dann überlege ich mir, warum es nicht geht: Vielleicht ist es (noch) nicht die richtige Zeit, vielleicht will vorher etwas gelöst werden, vielleicht benötigt es ein anderes Umfeld, eine andere Herangehensweise, eine andere Form der Umsetzung, oder was ganz anders. Wenn ich es ändern kann, dann ändere ich es. Wenn ich es nicht ändern kann, dann, ja dann verzichte ich. Weil der Rattenschwanz an Stress und Angst und Durcheinander, der unweigerlich bei Erpressbarkeit und Erpressung auftaucht, viel mehr Energie braucht und mehr Schaden anrichten kann, als ein Verzicht. Damit fahre ich mein Leben lang sehr gut.

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