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06.08.17

Noch Wünsche?

„Wie steht es denn so um Ihre Sexualität und ihren Beziehungen, Frau Müller? Haben Sie noch klare Vorstellungen, Wünsche, Sehnsüchte? Immerhin sind Sie ja nun einundsechzig, da wird es doch wohl langsam etwas ruhiger werden, oder? Da wird man doch sicher großzügiger und dankbarer, wenn sich nochmal eine Chance auf Partnerschaft ergibt, oder?“

„Ähm.“

„Ist Ihnen die Frage zu persönlich? Als Sexualtherapeutin sollten Sie das ja locker beantworten können, oder?“

„Ähm.“

„Na? Und?“

„Allereigentlich geht Sie das einen Scheißdreck an.“

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Drüber nachgedacht habe ich trotzdem. Und mir fiel ein etwas älterer Text von mir ein und beim Drüberlesen stellte ich fest: Das ist ja sowas von Ichbezogen… und immer noch wahrhaftig. Ja, das will ich heute noch genauso wie früher und ja, das macht das Leben nicht einfacher, aber befriedigender. Alter? Spielt da nur eine untergeordnete Rolle. Funktioniert so was, gibt es da die passenden Partner/Partnerinnen dazu? Warum denn nicht?! Hat ja mehrmals prima geklappt im Leben, klappt auch jetzt, also warum nicht immer wieder? Darum: Ja, gilt immer noch ->   

Ich will Spaß und Lachen und Sinnlichkeiten fernab von all diesen verquerten Riten und Regeln und Starrheiten.

Ich will in Lust am und auf den ganzen Menschen schwelgen.

Ich will Achtsamkeit und Freundschaft, quirliges Leben und gemeinsames Wachsen in Vielfalt und Einzigartigkeit.

Ich will, dass wir uns die Köpfe heiß reden und streiten über Götter und Welten, ein geistiges und körperliches Auspowern, ohne gleich in der Kiste, auf dem Küchentisch oder vorm Fernseher zu landen.

Ich will ein lebendiges Miteinander, Liebe ohne Ketten und kleinkarierten Einschränkungen, ohne all den sexistischen und formalen Mist aus der Altvorderenschublade.

Ich will gemeinsam verrücktes Tun und kreatives Sein, Spontaneität und kicherndes Anderssein.
 
Mich interessieren keine Äußerlichkeiten, ich will in Innerlichkeiten staunend und kichernd spazieren gehen.

Ich will im Kopf und in der Seele gefickt werden, das andere besorg ich mir schon selbst, danke, da besteht kein Mangel.

Sex als Zugabe, als Salz in der Suppe – ja klar! Als einziger Fokus aufs gemeinsame Leben – nein danke!