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30.06.17

Recht auf Ehe für gleichgeschlechtliche Paare

„HURRA! Wir dürfen jetzt heiraten, Schatzi!“
„Ähm. Ja. TOLL. Ähm… Wir können jetzt, ja. Aber wir müssen nicht!“

Längst überfällige Entscheidung!  

All denen, die so voller (Selbst)Hass seit Tagen alle Foren und Kommentarseiten vollrotzen, sei gesagt: Ihr werdet immer weniger, auch wenn es uns Vielen manchmal durch euer Gekreische für Millisekunden anders erscheinen mag.

Allen anderen empfehle ich die Staatenliste in dem Wiki Artikel. Schritt für Schritt, mal mit Abzweigungen, mal mit Rückschritten mittendrin, aber stetig, stetig, stetig ... Ich nenne es Evolution. Lasst euch nicht entmutigen!

Trotz aller Freude über den heutigen Beschluss bleibe ich misstrauisch. Ich kann nicht anders. Noch ist das Ding für mich nicht in warme Tücher gepackt. Mag an meinem Alter liegen, verzeiht.

Und während ich mich freu, schlich sich über den Tag doch auch eine tiefe Traurigkeit durch mein Gemüt. Ich dachte an all die Toten und Gequälten, die Verlorenen und Geschundenen. An all die Menschen, die ihr Leben in aufgedrückter Verlogenheit, Heuchelei, Einsamkeit, Angst, Verzweiflung und Versagung leben mussten.

Und ich dachte an die, die heute immer noch weltweit unter dieser verbohrten Anmaßung leiden und elendig verrecken.

Und warum all dieses Leid und dieser Schmerz? Weil sie lieb(t)en und begehr(t)en, was andere, in ihrem eigenen verängstigten Wahn gefangen, meinen ihnen verbieten und verwehren zu können.

Doch die Hasser und Verleugner werden immer weniger und wir werden immer mehr. Punkt.

Gesetze und Homosexualität weltweit

Ja, ich weiß, es gibt andere Themen, die auch und genauso wichtig sind. Aber als Bi Frau hörte ich seit meiner Jugend all den Schrott, denn ich in den letzten Tagen und heute wieder lesen durfte. Es triggert mich hinab in Albtraummomente meines Lebens. Und ja, ich kann auch den erhobenen Zeigefinger des "Nebenwiderspruchs" nicht mehr ab.

Nein, ich habe nicht vor zu heiraten. Ich lehne, gestützt auch durch meine eigenen Erfahrungen, diese staatliche Institution als überholt insgesamt ab. Ich wünsche mir, dass die Aussage "Du bist mein Mann, meine Frau" ohne gängelndes staatliches Brimborium ausreichen würde für alle Rechte, die eine Gesellschaft ihren Mitgliedern zugestehen kann. Aber, ich freu mich trotzdem, weil es ein Signal für eine offene und akzeptierende Gesellschaft der Zukunft ist und ich freu mich gleichzeitig auch, wie eine schnurrende Katze nach einem Pott Sahne, für meine Freunde und Freundinnen, die bald ganz viele Hochzeitsfeste feiern werden. Mit diesem Widerspruch kann ich gut und vergnüglich leben.


26.06.17

Virtuelle Öffentlichkeit

Ein Thema, das immer wieder in Chatgesprächen auftaucht: Wie offen und ehrlich bin ich im virtuellen Öffentlichen? Die Antwort ist seit Jahren die gleiche: Wenn du wissen willst, wie es mir geht und was mich privat persönlich bewegt, dann musst du in der realen Welt zu meinem engsten Freundeskreis gehören. Wenn du wissen willst, was ich über Menschen- und Kinderrechte, über soziale Fragen und ab und an zu konkreten Ereignissen und über allgemeine Dinge bezüglich meiner Arbeit denke, was mich so als Bürgerin umtreibt und über meinen Sinn von Humor, dann findest du dazu Vieles in den Sozialen Netzwerken und Blogs in der virtuellen Welt. Meistens ehrlich und spontan, oft unreflektiert, immer authentisch. Ich plaudere im Öffentlichen nicht über meinen realen Freundeskreis, nicht über Familie im Detail, nicht über meine Klienten und nicht über Dinge, die ausschließlich zu mir oder mir nahe Personen gehören. Diese Trennung habe ich von Anfang an gesetzt und ich hoffe, bis heute auch durchgehalten. Nur so ist und bleibt für mich die virtuelle Welt händelbar, Bereicherung als Werkzeug für eine klar umgrenzte Kommunikation. Fühlt sich für mich ausgesprochen gut an. 

24.06.17

Inneres Stimmchen

... Wenn das Leben Kapriolen schlägt und ich mich dadurch erschlagen fühle. Wenn es mir das Herz zerreißt, der Bauch in Zuckungen verkrampft und der Verstand ne Auszeit nimmt, weil er eh kein Land mehr sieht und nur noch am SichSelbstZerfleischen ist, dann ja dann, schmeiß ich mich rein in diesen Schmerz und reiß die Türen auf für all die sonst verdrängten, verhassten, verwirrenden Gefühle. Ein kochend heißes Bad in grenzenlosem Selbstmitleid, Weltenschmerz, Jammern, Schuldzuweisungen, Unsäglichkeiten. Lamento pur. Rotz und Wasser kotzend ertrinke ich zusammen gerollt kreischend in mir. Der Tod tanzt ein verführerisches Tänzchen und reicht mir anzüglich lächelnd, den einen Ausweg versprechend, die Hand. Es ist dieser Moment, immer wieder, dieser Moment auf Messers Schneide, wenn dies die ultimativ einzige Lösung scheint, dem inneren und äußeren Grauen zu entfliehen, in dem ein Teil von mir erwacht, den ich hier ja nun gar nicht vermutet hätte. Aus all dem klebrig dunklen Morast kichert mir so unverschämt ein Stimmchen entgegen, das mich durch diese, der Situation keineswegs angemessenen, Tonlage zwingt kurz innezuhalten. Und schon hat es mich, verdammt, flüstert derart lachend vor sich hin, dass ich mich konzentrieren muss: „Na denn, wenn es so ist, dann ist es doch eh egal. Oder? Auf die paar Minuten kommt es jetzt doch auch nicht an. Er wird schon noch warten können, der olle Trickser. Irgendwann bekommt er schon sein Tänzchen mit dir. Geht kein Weg dran vorbei. Aber jetzt, hier, da könnten wir es uns doch leisten einfach mal ganz und gar ehrlich miteinander zu sein. Oder? Wenn es dir eh egal ist, das mit dem Leben und so, dann will ich dich nackt und bloß sehen. Keine Spielereien mehr, keine Masken, kein BravSein, kein JaAber, kein ich WürdeKönnteSollteMüsste Rumgehampel mehr. Zeig dich. Schamlos. Ohne Blenderei. Schau dich an. Jetzt!“ Beim ersten zaghaften Blick in meine verquollenen Augen, auf den sabbernden Mund und die knallrote Nase huscht der Verstand mit einem arroganten „Na, Dramaqueen“ wieder ins Zimmer und stolpert über mein gefauchtes „Halt nur die Klappe!“ Dieses Bild bringt mich zum Lachen. Immer wieder. Dann beginnt das Aufräumen und Zusammensetzen meines zerfetzten Selbst.

Kein Spaziergang. Niemals. Es nutzt auch nichts, dass ich den Ablauf hinterher wiedererkenne. Es ist jedes Mal aufs Neue neu und unbekannt. Schmerzhaft, auslaugend, qualvoll … reinigend, aufbauend. ...

21.06.17

Kontaktlisten

Meine Kontaktlisten in den sozialen Netzwerken sind kunterbunt und werden es auch bleiben. Ich will mit diesen Menschen weder eine Liebesbeziehung eingehen, noch gemeinsam Kinder aufziehen. Aber, ich höre ihnen allen zu. Das bleibt auch so. Dies gilt es auszuhalten.

20.06.17

25

25 Jahre. Heute. Ganz in Gedanken versunken an all unsere gemeinsamen Erfahrungen. Du spiegelst mich in so vielen Dingen. Immer schon. Ich bin dankbar und glücklich, dass ich dich bis hierher und vielleicht noch eine kleine Weile länger begleiten durfte und darf.

Heutiges Resümee: Alles gut. Vieles richtig. Manches falsch und doch sind wir gemeinsam an- und miteinander gewachsen.  Du bist eine wunderbare Tochter, eine tolle Frau und eine liebevolle Mutter. Danke! 


18.06.17

Enkelkinder

Am 8. Juni 2017 um 9:58 Uhr erblickte mein zweites Enkelkind, Leonardo, das Licht der Welt. Es war überwältigend. Jetzt ist er schon anderthalb Wochen bei uns und wir lernen uns so langsam besser kennen. 

Glück, einfach pures Glück. 




04.06.17

Nun denn

Abschlussgespräch Kur: Das Labor meint mal wieder zickige Werte gefunden zu haben und lässt sich nicht davon überzeugen, dass vielleicht was vertauscht, vertippt, verschusselt wurde. Na toll, Frau Müller, super kompetente Selbsteinschätzungsfährigkeit. Manchmal bin ich körperblind, zumindest mir gegenüber. Aber ansonsten und unterm Strich: Alles bestens. Die hundert Jahre als Ziel bleiben stehen, das Fundament ist immer noch stark und stabil. Das Zauberwort ist und bleibt Bewegung. Pauli freut sich drüber. Und, erhobener Zeigefinger und dogmatischer Blick auf Seiten der medizinischen Kompetenz: Keinen Stress, absolut keinen Stress! Ähm, okay. Ein hysterischer Lachanfall ließ sich meinerseits nicht gänzlich unterdrücken. Arzt meinte daraufhin nur trocken: Lachfältchen sind allemal besser und gesünder als Sorgenfalten. Und sie stehen Ihnen ausgesprochen gut, Frau Müller. Hahaha. 

Nicht da

Der nicht anwesende Vater… oder besser, das nicht anwesende Elternteil. Welch eine Macht sie über einen haben. Sehnsuchtsobjekt, Projektionsfläche, Punchingball für alle unerfüllten Träume…  

Ich kenne diesen Zustand. Mir haben meine Erwachsenen 18 Jahre lang irgendwas zwischen "ist tot" und einem "frag nicht" vorgenuschelt. Mit neunzehn Jahren teilte mir dann das Jugendamt völlig übergangslos mit, dass mein Vater seit meiner Geburt zahlt und im Osten lebt. Ich bin dann erstmal nach Italien geflüchtet und habe dort wochenlang an einem Brief an ihn gebastelt (welche Anrede nimmt man in so einem Fall? "Hallo Papa" oder "Sehr geehrter Herr XY, ich bin ihre Tochter"? Irgendwie habe ich es gelöst und ihn dann "drüben" besucht. Nach einigen Wochen stellte ich fest: Meine Neugierde ist befriedigt, meine Mutter kann ich nun besser verstehen, mit Art und Charakter meines Vaters kann ich leben. Das langte. Tochtergefühle kamen nicht auf und ich zu der Erkenntnis: Zeugung alleine macht noch keinen "Vater". Damit war es gut.