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05.12.16

Weil es so ist

All die Geschichten, Märchen und Fabeln, die mir als Kind geschenkt wurden, sie  lehrten mich vor allem eines: Egal ob du ein Pfannkuchen, ein kleiner Junge, ein hässliches Entlein, ein Einhorn, ein glupschäugiges Tentakelwesen, ein Roboter, ein Drachentöter, ein Raumschiffpilot, eine Prinzessin, eine Lokomotive, ein Drache, eine Königin, ein Monster, eine buntbestrumpfte Heldin, ein sternfangendes armes Hascherl oder ein Stäubchen im weiten Weltall bist: Dein Schmerz, deine Freude, deine Traurigkeit, dein Mut, deine Treue, deine Einsamkeit, dein Verlust, deine Hoffnung, deine Angst, deine Beharrlichkeit, dein Suchen nach Liebe, Freundschaft, Glück, deine Träume und deine Sehnsüchte sind mir nicht fremd. Ich kenne sie und erkenne darin dich und mich.

Jetzt bin ich sechzig Jahre alt und es hat sich nichts daran geändert. Also kommt mir nicht damit, dass ich irgendjemanden nicht mögen oder gar hassen solle, nur weil er irgendwie anders sei als ich. Dafür habe ich keinen Platz in mir, denn dort, tief in mir drinnen, da  tummeln sich immer noch die verrücktesten Wesen aus meiner Kinderzeit in vergnüglich stiller Eintracht. Und das ist gut so.

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