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25.12.16

Laterne

In jungen Jahren brachte ich diese Laterne von den Bananen Feldern von La Gomera mit.
Gestern Abend kehrte sie als Gabe vom Vater meiner Kinder zu mir zurück mit den Worten: 
„Erst hat sie dich, die letzten 37 Jahre hat sie uns und dann nur mich begleitet. Die nächsten 37 wird sie wieder für dich und dann die kommenden Jahrzehnte für die Kinder und deren Kinder leuchten.“

Sowas macht mich ganz gefühlsduselig *snief


21.12.16

Weihnachtszeit

Weihnachtszeit – besinnliche Zeit… so schön, so kuschelig, so heimelig warm… … … Ach ja?... Ne, oder? … Und doch… Oder doch nicht... Da war doch was.... War da wirklich was?

Sogar die coolsten Köpfe werden genau um diese Zeit herum hippelig, melancholisch oder verheddern sich emotional in Widersprüche von „Das lässt mich alles kalt“ bis zu „Scheiße, war das schön damals als Kind“. Achterbahnfahrt im Affentempo zwischen seufz und snief und bäh!

Das real Spannendste und Schönste war, wenn überhaupt, die Vorweihnachtszeit. Die Erwartungen, die Vorfreude, die imaginierten Vorabbilder von Seligkeiten unterm Weihnachtsbaum. Weiße Winterleinwand für alle bisher unerfüllten Träume und Wünsche.

Schön wärmend wurden so mit den Jahren dann auch die in die kalte Zeit rückwirkend hinein projizierten hellen Lichter, strahlenden Augen und all die so sehr ersehnte Wärme und begehrten Herzlichkeiten.

Geblieben ist diese, gemein und heimtückisch, ganz unterschwellige Sehnsucht, dieses Gefühl von: So könnte es sein, so hätte es sein können, so soll es wieder sein.

Nöh, so war es aber nicht, so konnte es niemals sein, so wird es niemals sein.

Aber!, etwas anderes könnte sehr wohl sein: Menschen treffen, gemeinsam essen, plaudern, zuhören, sich einfach wohlig willkommen aufgehoben fühlen, ohne eigene und fremde Ansprüche an irgendwas Besonderes. Einfach nur da und miteinander sein. Eine Steilvorlage der Möglichkeiten. Nicht mehr und nicht weniger.

In diesem Sinne: Sei gnädig. Hab dich und andere lieb! Am besten das ganze Jahr über, dann kommst auch heil und frohgemut durch die kommenden Tage. 

15.12.16

Zwischenmeldung aus dem Keuchhustenland


Weil ihr mich laufend fragt, hier eine Zwischenmeldung: Müsste ich mich gerade zeichnen, dann sähe dies wohl so oder so ähnlich aus: Die äußeren Kanten werden so langsam wieder fühlbar, doch innen drin tobt noch immer ein Kampf mit dem Gift des Keuchhustens. Das gesamte Körpersystem ist völlig aufgelöst und überall zwickt und zwackt es und die Risse, besonders in der Lunge, heilen noch nicht. Die Nebenwirkungen der Medikamente belasten zusätzlich. Immerhin kommt das Fieber nur noch in vereinzelten Schüben. Der Kopf zumindest ist klarer, auch wenn ich ab und an Alltagsdinge seltsam verhuschel. Aber, dies ist wohl eher meiner mir eigenen Art denn dem Infekt zuzuschreiben. Klar ist jedoch: Ich überlebe es. Also, keine Genesungswünsche mehr, die Kisten, Schächtelchen und sämtliche Ablagen sind voll davon. Reichen noch für mindestens fünf Winter. Danke dafür! 

14.12.16

Erschöpfung

Manchmal bin ich so müde und trostlos erschöpft in diesen Tagen. All dieser Schrecken, das Elend, diese Unmenschlichkeiten und der Schnitter, der irre geworden ohne Sinn und Verstand über die Erde rast. Und dann die locker hingerotzten, verachtenden Sprüche in den sozialen Medien und auch hier, von Menschen, die ich eigentlich gern habe. Ich verstehe nicht, warum man nicht mal hier, wo es doch nur Worte sind, einfach menschlich und voll Mitgefühl argumentieren könnte. Auch wenn der Verstand diese und jene sachliche Argumente liefert, so könnte man sich doch erlauben einfach nur hier und da mitzufühlen und das auch auszudrücken. Oder gibt es da gar nichts mehr Warmes. Freundliches, Herzliches in diesem Menschen?
Und wenn ich dann so müde bin, dann sorge ich für mich, höre schöne Musik, tanze, male, empfange Besuch und lache. Und dann überfällt mich das Grausen vor mir selbst: wie kann ich lachen und tanzen, wenn da und dort die Menschen gerade verrecken? Dann muss ich alles, was mich ausmacht in die Waagschale werfen und mir selbst vorhalten: Sei dankbar, sorge für dich, lieb dich, lache, weine, freu dich an all dem Guten, was dir widerfährt – denn dann, nur dann kannst du wahrhaftig mitfühlen, nur dann!

Aber, es wird Tag für Tag schwerer.

11.12.16

Schlechte Laune

Meine mir eigene schlechte Laune ist so ein zaghaft Dingelchen. Sie kommt immer recht energiegeladen aus ihrer Ecke gehüpft, stemmt die Ärmchen in die Hüfte und plustert sich auf. Dann wackelt sie wichtigtuerisch mit dem Köpfchen und macht Schnütchen. Meistens stell ich sie mir dann in einem pinkfarbenen Tütü vor und mit grüngepunkteten Leggins. Ich versuche wirklich ernst und griesgrämig zu gucken, denn ich will ja nicht, dass sie denkt, ich nehme sie nicht ernst. Aber meine Mundwinkel fangen schon an unkontrolliert zu zucken. Sobald sie das bemerkt, fängt sie an zu schmollen. Schlechte Laune, die schmollt, ist aber einfach nur total witzig und ich muss lachen. Sie verzieht sich dann wieder mit hängenden Schultern in ihre Ecke. Ich bin so gemein *snief

09.12.16

Lehrzeit

Es ist irre, wie eine Kinderkrankheit (Keuchhusten) derart raubtierhaft im alten Körper wüten kann. Gutes Ende bisher nicht absehbar. Die Lunge hat sich dem giftigen Angriff quasi kampflos ergeben. Ich schleiche zwischen Bett, Couch und Schreibtisch hin her. Mein Kopf ist klar wie nie, der Körper verhaspelt sich jedoch ständig und ermüdet schnell. Es ist anstrengend.

Da fragt mich doch gerade jemand in einem Chat, warum ich denn, wenn ich doch soooo krank sei, immer noch hier rumposten würde? Jesses, mein Kopf ist doch nicht kaputt und meine Finger nicht gelähmt. Zu schreiben, hier und dort ist meine beste Medizin. Die Nabelschnur quasi zum seelischen und, ja auch, körperlichen Widerstand gegen dieses Giftzeugs in mir. Also, lasst mich krank sein und lasst mich schreiben und gut ist/wird es. Ja, ich bin sicher, dass auch diese Qual einen Sinn und mein Körper mir etwas äußerst Wichtiges mitzuteilen hat. Noch hört es sich ein bisschen chinesisch an, meint, ich verstehe es noch nicht zur Gänze. Aber, es wird schon noch deutlicher werden. Ich muss nur genauer zuhören und hinsehen. 

05.12.16

Weil es so ist

All die Geschichten, Märchen und Fabeln, die mir als Kind geschenkt wurden, sie  lehrten mich vor allem eines: Egal ob du ein Pfannkuchen, ein kleiner Junge, ein hässliches Entlein, ein Einhorn, ein glupschäugiges Tentakelwesen, ein Roboter, ein Drachentöter, ein Raumschiffpilot, eine Prinzessin, eine Lokomotive, ein Drache, eine Königin, ein Monster, eine buntbestrumpfte Heldin, ein sternfangendes armes Hascherl oder ein Stäubchen im weiten Weltall bist: Dein Schmerz, deine Freude, deine Traurigkeit, dein Mut, deine Treue, deine Einsamkeit, dein Verlust, deine Hoffnung, deine Angst, deine Beharrlichkeit, dein Suchen nach Liebe, Freundschaft, Glück, deine Träume und deine Sehnsüchte sind mir nicht fremd. Ich kenne sie und erkenne darin dich und mich.

Jetzt bin ich sechzig Jahre alt und es hat sich nichts daran geändert. Also kommt mir nicht damit, dass ich irgendjemanden nicht mögen oder gar hassen solle, nur weil er irgendwie anders sei als ich. Dafür habe ich keinen Platz in mir, denn dort, tief in mir drinnen, da  tummeln sich immer noch die verrücktesten Wesen aus meiner Kinderzeit in vergnüglich stiller Eintracht. Und das ist gut so.