xxx

xxx

09.09.16

Kommunizieren in Sozialen Medien

„Warum werfen Sie all die Nörgler/Kritiker nicht aus Ihren Netzwerken raus, Frau Müller?“

„Das wäre ja soooo langweilig dann. Und ich könnt nix mehr lernen.“

„Es wäre aber auch weniger anstrengend und manchmal weniger verletzend für Sie.“

„Ach Quatsch. Dann könnte ich das Netzwerken und den öffentlichen Diskurs ja ganz lassen. Der Sinn dessen ist es doch gerade anderen Meinungen zuzuhören, die eigenen zu überprüfen und zu reflektieren. Ich bin doch keine Maschine. Ich irre mich laufend, übersehe Dinge oder hänge in einer eingleisigen Fokussierung fest. Da hilft es mir ausgesprochen sehr, wenn man mich darauf hinweist, neue Gedanken und Perspektiven einbringt. Das ist doch der eigentliche Spaß daran. Dafür liebe ich die neuen Medien: Die eigenen, oft verquerten und/oder kurzsichtigen Ideen in den Raum werfen dürfen/können und dann die Anregungen aufgreifen, nachforschen, lesen, den eigenen Horizont erweitern. Ich lerne jeden Tag Neues. Dafür bin ich allen den Menschen, die meine Beiträge hier und dort und überhaupt kommentieren, sehr dankbar.“

„Das klingt so, als würden Sie Ihre Meinungen und Haltungen laufend verändern? Haben Sie da nix Festes, Beständiges.“

„Hihi, natürlich. Der Kern und die Grundhaltung sind felsenfest: Wohlwollen gegenüber allen Menschen. Menschen- und Kinderrechte als einbetonierte Leuchttürme, die als Wegweiser im Sturm der oft zu emotional oder ideologisch eingefärbten Diskussionen dienen. Humor als Hoffnungsträger und das kichernde Verzeihen der eigenen Unzulänglichkeiten. Klare Position, wenn es um Ausbeutung, Rassismus, Krieg, Gier und machtpolitische Gemeinheiten geht. Aber auch: Kommunikation verweigern, wenn sie mir angetragen wird, das ist nicht mein Ding. Ich kommuniziere mit jedem Menschen, auch wenn ich dabei meine Schmerzensgrenze oft erst zu spät spüre. Das gehört halt dazu. Sonst bräuchte ich ja gar nicht erst anfangen.“

„Manchmal schreiben Sie aber auch wirklich völlig deppertes Zeug.“

„Oh ja. Dann ist es einfach nur die Freude am unreflektierten Schreiben. Am Abfischen von kruden, spontanen Gedanken, die mir wunderschön, wenn auch etwas grenzdebil erscheinen. Da überwiegt dann die Freude am Klang und Rhythmus eben den Inhalt. Wahrhaftig sind sie allemal, zumindest für eine Millisekunde, da sie ja genauso in meinem Kopf rum schwirrten. Damit kann ich, ich gestehe es ganz unverblümt, sogar recht ausgezeichnet leben.“   

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen