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19.09.16

Bäh!

Heute bin ich erschöpft und traurig. Menschen in meiner Umgebung werden krank und nicht richtig wieder gesund. Und ich fühle mich hilflos. ... Und der Kater musste jetzt auch noch zum Tierarzt. Ich mag diese Anhäufungen nicht. Sie machen mich dünnhäutig und unleidlich. Bäh! Ich mag mich dann selbst nicht leiden und werd ganz durcheinander und alles Elend der Welt brandet ungefiltert in mich rein. Ein widerlicher Zustand, so ganz grenzenlos, innen und außen.

10.09.16

Wörtersalat

Seit einigen Tagen fällt mir auf, dass ich Wörter denke, doch ganz andere tippe oder auch ausspreche. Zum Beispiel: Ich denke "vielleicht" und schreibe "manchmal", ich denke "auch" und schreibe "aus" ... und so weiter ... es häufelt sich. Muss ich mir Sorgen machen?

09.09.16

Arbeit Zwischenmeldung

Ich arbeite mich jetzt unter andrem seit vier Wochen in Verwaltungskram ein. Bürokratie und Ausführungsbestimmungen und Logikfallen hoch zehn. Ich schwöre es, ich bin hochmotiviert und habe eine wunderbare Anleiterin mit unendlich viel Geduld. (Danke. Danke. Danke!) Aber, diese inneren Widerstände, Sie toben, sie mauern, sie wecken die pubertierend widerspenstige Zicke in mir (huch, es gibt sie ja immer noch, ich dachte, sie hätte sich schon vor Jahrzehnten zur wohlverdienten Ruhe begeben) und verkleistern mir die Aufnahmekapazitäten mit der Dauerfrage: Wer hat all diesen Mist nur wofür erfunden? Das ist der schwärende Tod jedweder Kreativität und der absolute (Lebens)Zeitfresser *grummel

Nichtdestotrotz oder gerade deswegen: Der Job ist ein toller Job. Und die Menschen, die ich dort kennen lernen darf und die langsam anfangen mir zu vertrauen, sind einfach nur wunderbare Menschen mit ihren ganz einzigartigen Besonderheiten. Dankbar bin ich. Und das werden mir auch keine Listen und fünffach Ausfertigungen für unterschiedliche Adressaten, verschiedene Ordner und Dateien, deren Gliederungssysteme sich mir noch nicht in Gänze erschlossen haben, vermiesen können. Niemals. Punkt.  

Kommunizieren in Sozialen Medien

„Warum werfen Sie all die Nörgler/Kritiker nicht aus Ihren Netzwerken raus, Frau Müller?“

„Das wäre ja soooo langweilig dann. Und ich könnt nix mehr lernen.“

„Es wäre aber auch weniger anstrengend und manchmal weniger verletzend für Sie.“

„Ach Quatsch. Dann könnte ich das Netzwerken und den öffentlichen Diskurs ja ganz lassen. Der Sinn dessen ist es doch gerade anderen Meinungen zuzuhören, die eigenen zu überprüfen und zu reflektieren. Ich bin doch keine Maschine. Ich irre mich laufend, übersehe Dinge oder hänge in einer eingleisigen Fokussierung fest. Da hilft es mir ausgesprochen sehr, wenn man mich darauf hinweist, neue Gedanken und Perspektiven einbringt. Das ist doch der eigentliche Spaß daran. Dafür liebe ich die neuen Medien: Die eigenen, oft verquerten und/oder kurzsichtigen Ideen in den Raum werfen dürfen/können und dann die Anregungen aufgreifen, nachforschen, lesen, den eigenen Horizont erweitern. Ich lerne jeden Tag Neues. Dafür bin ich allen den Menschen, die meine Beiträge hier und dort und überhaupt kommentieren, sehr dankbar.“

„Das klingt so, als würden Sie Ihre Meinungen und Haltungen laufend verändern? Haben Sie da nix Festes, Beständiges.“

„Hihi, natürlich. Der Kern und die Grundhaltung sind felsenfest: Wohlwollen gegenüber allen Menschen. Menschen- und Kinderrechte als einbetonierte Leuchttürme, die als Wegweiser im Sturm der oft zu emotional oder ideologisch eingefärbten Diskussionen dienen. Humor als Hoffnungsträger und das kichernde Verzeihen der eigenen Unzulänglichkeiten. Klare Position, wenn es um Ausbeutung, Rassismus, Krieg, Gier und machtpolitische Gemeinheiten geht. Aber auch: Kommunikation verweigern, wenn sie mir angetragen wird, das ist nicht mein Ding. Ich kommuniziere mit jedem Menschen, auch wenn ich dabei meine Schmerzensgrenze oft erst zu spät spüre. Das gehört halt dazu. Sonst bräuchte ich ja gar nicht erst anfangen.“

„Manchmal schreiben Sie aber auch wirklich völlig deppertes Zeug.“

„Oh ja. Dann ist es einfach nur die Freude am unreflektierten Schreiben. Am Abfischen von kruden, spontanen Gedanken, die mir wunderschön, wenn auch etwas grenzdebil erscheinen. Da überwiegt dann die Freude am Klang und Rhythmus eben den Inhalt. Wahrhaftig sind sie allemal, zumindest für eine Millisekunde, da sie ja genauso in meinem Kopf rum schwirrten. Damit kann ich, ich gestehe es ganz unverblümt, sogar recht ausgezeichnet leben.“   

04.09.16

Bus

Neulich im überfüllten Bus:

„Möchten Sie sich setzen?“

„Nein, danke, ich stehe gerne. Die Balance zu halten, nach einem ganzen Tag am Schreibtisch, lockert die Gelenke.“

„Oh, ich dachte nur, ich biete es Ihnen an, nachdem ich sah, dass die jungen Leute es nicht taten.“

„Das ist lieb von Ihnen. Lassen Sie aber die jungen Leutchen nur sitzen. Das sind alles arme Hascherls. Haben meistens schon Rücken, Magengeschwüre, verkümmerte Gelenke und andere Zipperleins. Die sollen sich schonen. Die müssen ja noch ein paar Jährchen mehr als unsereins mit ihren gebrechlichen Körpern durch die Welt eiern. Da wollen wir sie doch nicht überfordern.“

Die Blicke der Jungs und Mädels waren süß.

02.09.16

Daheim

"Erst wenn man weg war, kann man das Daheim neu wahrnehmen."

Kenne ich. Das ehemalige "Daheim" in der Erinnerung stimmt oft nicht mit dem realen, wieder besuchten "Daheim" im Jetzt überein. Als ich nach Jahren wieder in der Wohnung von meinem Großvater war, da kam mir alles so klein und beengt vor. In der Erinnerung war da eine Weite und ich erkannte, dass es nicht nur meine veränderte Größe, sondern auch die Kalibrierung meiner Fantasie war, die die Größenverhältnisse verändert hatten. Als Kind erweiterte ich Räume in gefühlte Szenarien, füllte reale Welt mit meinen magischen Vorstellungen. Das kam mir zeitweise als Erwachsene abhanden. Jetzt, mit zunehmendem Alter, verändert es sich wieder. Der Blick wird kindlicher.

"Heim"kommen? Das Leben lehrte mich: Daheim bin ich in mir. Und da ich mich immer überall mit hinnehme, bin ich überall zuhause