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20.08.16

Verschleierungsgedöns

Mal Klartext von meiner Seite: Ich lehne das ganze Verschleierungsgedöns als vorgeschriebene Kleidervorschrift absolut ab. Und ich weiß, wovon ich spreche, denn ich war im Iran, als eine sichtbare Haarlocke locker auch ein Todesurteil bedeuten konnte. Ich lehne es ab, wenn Frauen dazu gezwungen werden den Mist zu tragen um der verquasten Ehrbarkeit des männlichen Teils der Familie Genüge zu tun. Ich lehne es ab, wenn das Tragen als Herrschafts-/Unterdrückungs-/Demütigungsinstrument eingesetzt wird, weil das kleine Männchen sich sonst vor der, nicht zu Unrecht vermuteten, ungezügelten Frauenpower vor Angst in die Hose kackt. Ich lehne es ab, wenn irgendwelche Religioden meinen ihre Selbstzweifel und  Minderwertigkeitskomplexe mit dem Schleiergebot verschleiern zu müssen. Aus diesen und noch einigen anderen Gründen lehne ich ein Verschleierungsgebot ab. Punkt.

Aber!, (ja ich kann auch in aber) die, die sich da jetzt aufplustern für die Gleichberechtigung und Freiheiten der Frauen, das sind doch genau diejenigen, die mich seit Jahrzehnten als Frau, mit ganz eigenen Vorstellungen über das Leben, nerven, diskriminieren und klein halten wollen. Die sich, seitdem ich denken kann, eifrig darum bemühen mir einzureden, wie sich eine richtige Frau oder Mutter zu verhalten, zu kleiden, zu pupsen hat. Das sind doch genau diejenigen, die sich immer wieder in ihrem Hass auf jedwedes AndersSein moralintriefend ereifern und alles kontrollieren und zu Tode regeln wollen. Die alles, was mir Lebensfreude, tiefe Befriedigung und Selbstverwirklichung verheißt, mit Regeln, Geboten, Gesetzen und Verordnungen in den Boden stampfen. Von denen, exakt von den laut geifernden, zumeist männlich selbstherrlichen Despoten, würde ich mir nicht mehr sagen lassen, was für mich richtig und was falsch sei, denn, unterm Strich kommen genau sie aus der gleichen Ursuppe wie die Verschleierungsfanatiker. Bäh. Pfui Deibel.

Wenn betroffene Mädchen und Frauen, und ja auch Männer, sich wehren gegen das Gebot der Verschleierung, dann hatten und haben sie meine volle und ganze Unterstützung. Mit ihnen diskutiere, streite, wachse ich. Wenn meine Schwester meint, sich verschleiern zu müssen, dann höre ich ihr gut zu und bringe mich mit meinen Argumenten ein. Aber, ich werde ihr nichts verbieten. Ich werde da sein und sie wieder und wieder in den Arm nehmen, sie gegen Übergriffe mit allem was ich bin und kann verteidigen und nicht nachlassen, mit ihr über das Tragen von Schleier und Dingens zu streiten. So, und nur so, fühlt es sich für mich richtig an. 

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