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21.07.16

Grenzsetzungen

Ich lernte ganz früh schon: Wenn jemand dich zum ersten Mal verletzt, demütigt, erniedrigt, dir weh tut, dich in irgendeiner Form belästigt, beleidigt, deine Grenzen überschreitet, und sei es von deinem Gefühl her auch noch so geringfügig, dann darfst du niemals zurückweichen, schweigen, schlucken, dich klein machen. Denn diese Verhaltensweisen werden von dem Gegenüber nur als Einladungen oder gar Erlaubnis verstanden, noch einen Schritt weiter gehen zu können, zu dürfen. Und noch einen und noch einen.

Grenzsetzungen müssen unmittelbar und eindeutig erfolgen. Glaub mir, dies benötigt nur sehr wenig Energie im Vergleich zu dem Aufwand, den du betreiben müsstest, um später aus diesem Schlamassel einer versäumten, rechtzeitigen Grenzsetzung heil wieder heraus kommen zu können.

Die Grenzen, die man von anderen nicht überschritten wissen will und die man für sich selbst in ganz unterschiedlichen Bereichen festlegt, sind die Holas in der eigenen inneren Seelenlandschaft. Sie geben Orientierung, Sicherheit, Schutz und Halt. Man sollte sie nicht leichtfertig, sei aus Bequemlichkeit, Ängstlichkeit, Harmoniestreben oder anderen seltsamen Gründen, aufgeben. Es macht deshalb ausgesprochen viel Sinn ab und an inne zu halten und sich der eigenen inneren Grenzsteine erneut oder gar endlich mal bewusst zu werden.

Kann man lernen und trainieren. Klar. Ich spreche aus Erfahrung. Mir hat es auf alle Fälle oft meinen Seelenfrieden und manchmal auch ganz banal den Arsch gerettet. Und doch muss auch ich es immer wieder aufs Neue üben.

(*Hola -> So nennt man in Frankfurt den Ort zum Ausruhen beim Fangenspielen.)

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