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22.05.16

Reduktion

Mich ärgert dieser Satz: "Alternde Menschen sind wie Museen: Nicht auf die Fassade kommt es an, sondern auf die Schätze im Innern." ( Jeanne Moreau)

Ich finde meine Fassade schick, denn das bin ich. Jede Falte, jede Kuhle, jede Wölbung, jede Delle. Nein danke, ich! möchte auch im Alter nicht auf meine inneren Werte reduziert werden, ebenso wenig wie andersrum. Ich bin auch nicht nur meine Geschichte und meine Erfahrungen. Ich lebe nämlich noch und bin noch net mumifiziert. Ich will überhaupt net auf irgendeinen Teil reduziert werden! Ich bin ein Gesamtkunstwerk, mich gibt es net in Teilchen. Und wenn ich ein Museumsdingens sein müsste, dann aber allemal das Museum für moderne Kunst. Ich leb nämlich im Hier und Jetzt *grummel

Solche Sätze wie oben verfestigen das schräge reduzierte Bild von Alter und Altern in unserer Gesellschaft bzw. weisen sie auf ein eigenes Bild von Menschen, dass auf das Äußere beschränkt ist, hin. Denn sonst würde man überhaupt nicht auf die Idee kommen, der äußeren Schönheit, die ja im Alter angeblich nicht mehr vorhanden sei, großzügig verkrampft sogenannte innere Werte gegenüber zu stellen. Versteht Ihr, was ich meine?  

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