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31.05.16

Erinnerungen

Die alten Fotoalben lockten. Manches hatte ich ganz vergessen. 

Man wurde schnell selbstständig und hörte und sah genau zu, was die Erwachsenen so trieben. Ich denke, ich war ein aufgewecktes Kind mit Hang zum Lesen, Lernen, Diskutieren.

Das Kinderleben spielte sich tagsüber auf der Straße ab. Ich glaube, wir hatten immer irgendeinen Säugling oder ein Kleinkind dabei. Das war so selbstverständlich. Die Wohnungen waren viel zu klein zum drinnen Spielen. Wenn es kalt war oder regnete, dann waren die Kellergänge oder die Waschküche unser Revier. Wir kannten die Essenszeiten. Ansonsten haben sich die Frauen kaum in unser Leben/Spiel eingemischt. Erst am späten Nachmittag, wenn die Männer nach Hause kamen, dann saßen alle oft zusammen im Hinterhof.

Die Familie war sehr arm, da nur der Großvater Geld nach Hause brachte. Kleidung wurde repariert und getragen bis es wirklich nicht mehr ging. Zwei Paar Schuhe: Für den Alltag die robusten und für die Sonn- und Feiertage die Lackschuhe,. War alles prima, mir fehlte nix.
Weihnachten gab es immer die Puppenstube, die mein Großvater jedes Jahr mit Kleinigkeiten erneuerte: Neue Tapeten, eine neue Lampe, neues Sofa, neue Gardinen oder so. Mit dem Abbau des Baumes kam auch die Puppenstube bis zum nächsten Jahr wieder auf den Dachboden.




1 Kommentar:

  1. Sehr schöner Blog ... mir gefällt die Art des Schreibens sehr. Habe mir diesen Beitrag ausgesucht für einen Kommentar und auch geteilt auf Facebook.
    Sehr schön ...
    LG Ede-Peter

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