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08.04.16

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Vor Jahren geschrieben, hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert. Obwohl, die sich häufenden Befindlichkeitsstörungen meines Körpers machen mich an manchen Tagen rasend und meine Geduld mit der Dummheit der Menschen scheint öfters ebenso endlich wie das menschliche Leben. Endlichkeit. Überhaupt spielt der Tod als großes Thema in all seinen Facetten immer öfters eine noch nicht so richtig einschätzbare Rolle. Ich stolpere völlig unerwartet über ihn, an Stellen, wo ich es nicht vermutet hätte. Er kreuzt quasi beiläufiger als früher meinen Weg für ein kleines Pläuschchen. Er scheint sich um Freundschaft und Versöhnung zu bemühen. Soweit bin ich aber noch nicht. Warten wir das nächste Jahrzehnt ab.

Ein persönliches Resümee zum Älterwerden - Zwischenstopp:

1. Die Wichtigkeit vieler Dinge gewichtet sich anders oder verliert sich ganz.
2. Ich muss und will mir und der Welt nichts mehr beweisen. Ich agiere aus mir selbst heraus, anstatt mir permanent einen Kopp um die von mir erwarteten Reaktionen zu machen.
3. Mir selbst genügend, fühle ich mich wohlig in mir und kann mir dieses und jenes Verrückte, diese oder jene mir zugehörige Klatsche verzeihen und als ein Teil von mir wohlwollend akzeptieren und es gut sein lassen.
4. Der Blick zurück ist weicher und liebevoller als noch vor Jahren. Viele „Warums“ haben sich in ein ruhiges „So isses halt gewesen“ gewandelt.
5. Mein Körper ist mein Zuhause und ich leb recht vergnügt in ihm, ohne dass ich permanent an der Fassade rumrenovieren müssen müsste. Auch mit flachen Absätzen, Kugelbauch und legerer Kleidung fühle ich mich schön und begehrenswert.
6. Meine Sinnlichkeit geht tiefer, ist verzweigter und lässt sich nicht mehr auf das rein Körperliche einschränken. Ich weiß, was ich will und was nicht, kann es mitteilen und für mich sorgen.
7. Die Sinnhaftigkeit und Selbstbestimmtheit meiner Arbeit ist mir noch wichtiger geworden als der durch mehr Angepasstheit möglicherweise sich ergeben könnende materielle Gewinn oder eine anzustrebende Statuserhöhung.
8. Nein-Sagen fällt mir viel leichter und beim Ja-Sagen fehlt das „aber“.
9. Bei Freundschaften wird dem Gewachsenen mehr Zeit und Aufmerksamkeit zugestanden als dem flüchtigen Bekanntsein. Qualität kommt heute vor Quantität.
10. Ich tanze in Beziehungen nicht mehr auf Zehnspitzen durch vermutete Minenfelder, sondern nehme auch Explosionen in Kauf, streichle meine Wunden selbst heil und sterbe nicht mehr den Dramentod, wenn jemand geht.
11. Alleinsein erquickt mich und Einsamkeit kann ich selbst beenden.
12. Nur das Abschiednehmen beim Tod von Menschen, die mich über Jahrzehnte begleiteten – das, das ist noch immer so schrecklich schwer. Da fehlt mir immer noch die innere Ruhe und Gelassenheit.
13. Ich lieb mich. Noch immer.

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