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31.12.15

Spiegelbild

Ich schaue in den Spiegel und sehe mich nicht. Also, natürlich sehe ich da jemanden. Aber das bin ich nicht. Mein inneres Bild von mir stimmt nicht mehr mit dem Spiegelbild überein. Diese Situation hatte ich schon einmal, so vor 16 Jahren etwa. Ich habe damals dann vierzig Kilo abgenommen, bis ich mich wieder erkannt. Ob ich diesen Sprung noch einmal schaffe? Keine Ahnung. Zumindest nicht in genau diesem Moment. Ich arbeite dran, suche noch die richtige Motivation bzw. warte darauf, dass sie mich findet. Habe ihr wohl eine Menge Hindernisse in den Weg gelegt. Wird auf alle Fälle spannend.



29.12.15

Survivaltraining

"Hätten Sie nicht mal Lust auf ein Survivaltraining?" ... "Ähm, seit Geburt befinde ich mich mittendrin. DauerAbo im Sonderangebot quasi."

Das bekommt im Alter einen komischen Beigeschmack: Überleben bis zum unausweichlichen Tode. Die Motivationslage ist ein bissl schräg dadurch. Jeder Gedanke in mir, der sich in Richtung Veränderungen der Lebensführung ausstreckt, stößt unweigerlich auf seinem Weg gegen den hemmenden Klotz mit Namen Tod. Ob sich das legt mit der Zeit? Wie viel Zeit bleibt? 

Gejammer

Mit zunehmendem Alter verändert sich mein Körper. Zipperleins und Befindlichkeitsstörungen melden sich in kürzeren Abständen. Selbstheilungskräfte haben öfters Schluckauf an der Startlinie. Falten, Flecken, Kuhlen, dünneres Haar, hängendes Kinngeschwabbel und schwimmende Augen in der Früh schieben sich vergnügt tänzelnd in den Vordergrund. Alles im Rahmen, alles okay. Seit einigen Tagen bemerke ich jedoch etwas, was mich irritiert: Meine Körperwahrnehmung verändert sich insofern, dass ich Abstände nicht mehr intuitiv einschätzen kann. Ich stoße an. Türrahmen, Schrankecken, Menschen neben mir und so was. Ähm, ich habe keine Berührungsängste, doch das nervt. Über Tuchfühlung würde ich gerne weiterhin autonom und selbstbestimmt entscheiden. 

FaltenReich

Reich an Falten
Wurzeln gleich
Tiefe Täler
Säuseln leis
Spinnen Gräben
SpurenReich
Sanfte Winde
Gerben mich
InnenReich
Veräußert sich

Ich lach mich tot

Altern ist ein Prozess. Beginnt bei der Geburt. Weiß ich. Dachte ich zu wissen. Hahaha, ich lach mich tot. (Also nicht wirklich.) Da ist anscheinend noch ne Menge Luft für tieferes Verständnis, Akzeptanz und einem freudig SichDreinGeben in mir.  Im Augenblick scheine ich eher in dieser Phase des „Sag mal Köper, spinnst du!“ verfangen zu sein. Er weigert sich, mit allen Tricks und voller Tücke, brav zu machen, was ich von ihm erwarte. Er zickt rum. Das kann ich ihm nicht durchgehen lassen. Also mute ich ihm einfach das zu, was er vor Jahrzehnten locker im Vorrübergehen gebracht hat. Ab und an lege ich sogar noch ne Schippe drauf. So als Anregung. Aber, er kämpft mit harten Bandagen gegen diese Zumutungen. Wir liegen quasi aktiv im Clinch miteinander. Er gewinnt. Absehbar. Das macht mich wütend. Wie mein Verstand sich in diesem Gerangel positioniert? Der verkrümelt sich mit nem Tässchen Tee, ner Kuscheldecke und Bücher über Körpersoziologie aufs innere Sofa, grinst weise und lässt mich toben. Verräter! Ich könnt kotzen! … Nein! Das gönne ich ihm nicht. Dem Körper. Und dem anderen auch nicht. *grummel

Jedes Alter hat seine eigene Schönheit!

Herz umhastet mit stolperndem Schluckauf
die keuchend knarzenden Knochen.
Knie quietscht empört wackelnd die
krampfhaft bibbernden Muskeln an.
Blase verweigert jedwedes Gespräch
mit den eingeschnappten Nieren.
Füße schieben sich mit quellendem
Frohlocken in die aufgepumpten Waden.
Fußnägel krallen sich Halt suchend in
paarungswillig anbiederndes Fleisch.
Haare spielen verschämt grinsend
Haschmichdoch in Kämmen und Bürsten.
Brüste grüßen den kugeligen Bauch
im sanften Vorüberschaukeln.
Arschbacken flirten aufdringlich albern
mit den unwillig ziependen Kniekehlen.
Steife Hände tasten zitternd nach
den verschwommenen Augenblicken.
Haut faltet sich zielorientiert beharrlich
um innovativ braun gesprenkeltes Gelände.
Der Geist schlägt sich entsetzt
vor die gerunzelt weise Stirn.
Die Schönheit des Alterns
erschließt sich
mir
noch
nicht.


Was soll das?

Noch ein Blog? Ja, noch einer. Diesmal ein sehr persönlicher zum Thema Alter und Altern. Und übers fette Sein und über das ungesunde Leben und mein Kampf und Krampf dagegen. Über all den Selbstbetrug und die Schlichen und Tricks von Sucht und krankmachenden Ritualen. Quasi ein Kotz-Dich-Aus-Blog zu meinem und Eurem Vergnügen. Wird eine Achterbahnfahrt vom Feinsten. Einsteigen! Türen schließen! Garantiert wird für nichts und gar nichts! 

Die Hutzelweibchen

Die Hutzelweibchen plappern meistens mit vollem Munde leise vor sich hin.
Sie stellen viele Fragen, doch sie kennen die Vergänglichkeit aller Antworten.
Die Hutzelweibchen sind hutzelig wie getrocknetes Obst, biegen sich im Wind und beugen sich vor niemandem.
Sie können nicht fliegen, aber sie kommen überall hin mit ihren kleinen Hutzelbeinchen und müssen alles begrapschen mit ihren flinken Hutzelhändchen.
Hutzelweibchen sind vom Kern her freundliche Wesen. Sie sind aber auch oft, zu oft, besserwisserisch, ungeduldig, zu Zeiten recht grantig und kichern an den unmöglichsten Stellen.
Man sollte sich nicht mit ihnen anlegen. Sie gewinnen. Immer. Es liegt in ihrer Natur.